01.06.2026
Unternehmensgründungen in Deutschland sollen einfacher, schneller und vollständig digital möglich werden. Dieses Ziel verfolge das Hebelprojekt "Schneller Gründen" im Rahmen der Modernisierungsagenda Bund und Föderal, teilt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mit. Mit dem Start der ersten Pilotierungsphase beginne nun die praktische Erprobung zentraler Verfahrensbestandteile für einen beschleunigten Start in die Selbstständigkeit.
Gemeinsam mit ausgewählten Pilotstandorten werde erstmals ein medienbruchfreier digitaler Kombiantrag getestet. Dieser bündele die Gewerbeanmeldung und die steuerliche Erfassung in einem einzigen, durchgängig digitalen Prozess. Ziel sei es, den Gründungsprozess für Unternehmen spürbar zu beschleunigen und Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten. Die Umsetzung vor Ort erfordert laut BMDS eine enge und gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Gewerbeämtern, Finanzämtern und Registergerichten. Diese werde durch das BMDS sowie die zuständigen Landesministerien koordiniert.
Nach einem Bewerbungsaufruf im April hätten mehr als 330 interessierte Personen an Informationsveranstaltungen teilgenommen. Aus diesem Kreis würden jetzt acht Standorte für die erste Pilotierungsphase starten, nämlich Aachen, Dresden, Düsseldorf, Fulda, Goslar, Mannheim, München und Nordfriesland.
Die Auswahl der Pilotstandorte erfolgte laut BMDS anhand festgelegter Kriterien, um repräsentative und belastbare Ergebnisse für die weitere Umsetzung zu gewährleisten. Berücksichtigt worden seien insbesondere die technische Eignung und Kompatibilität der in den Gewerbeämtern eingesetzten Fachverfahren sowie deren Bereitschaft zur Anbindung an den digitalen Kombiantrag. Darüber hinaus hätten ausreichende personelle Kapazitäten in den beteiligten Verwaltungen und Landesministerien für die Begleitung der Pilotierung eine zentrale Rolle gespielt. Um unterschiedliche Rahmenbedingungen abzubilden, sei zudem auf eine regionale Verteilung zwischen städtischen und ländlichen Räumen sowie auf eine ausreichende Zahl von Unternehmensgründungen an den jeweiligen Standorten geachtet worden.
Die Pilotierungsphase diene dazu, das neue Verfahren unter realen Bedingungen im Verwaltungsalltag zu erproben und weiterzuentwickeln. Dabei würden Erfahrungen mit echten Daten und tatsächlichem Nutzerverhalten gesammelt, die unmittelbar in die Optimierung des Angebots einfließen können. Gleichzeitig ermögliche die Pilotierung, Erfahrungen für die spätere bundesweite Skalierung zu sammeln.
Auch die weiteren interessierten Bewerberstandorte werden nach Angaben des BMDS eng in den Prozess eingebunden. Sie erhielten die Möglichkeit, die Pilotierung zu begleiten, frühzeitig Einblicke in die neuen Abläufe zu gewinnen und erste organisatorische sowie technische Vorbereitungen für eine spätere Teilnahme zu treffen. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen schrittweise zusätzliche Kommunen und Länder eingebunden werden, um das Angebot bundesweit auszuweiten.
Das Projekt "Schneller Gründen" ist laut BMDS ein zentrales Vorhaben der Modernisierungsagenda Bund und Föderal. Das übergeordnete Ziel: Unternehmensgründungen in Deutschland bundesweit, digital und perspektivisch innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen.
Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, PM vom 26.05.2026