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07.01.2026

Schwarzarbeit: Neun von zehn Haushaltshilfen nicht angemeldet

Nur jede zehnte Haushaltshilfe in Deutschland ist angemeldet. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Viele Haushalte seien sich keiner Schuld bewusst – oder verwiesen auf zu hohe Kosten einer legalen Beschäftigung.

Über vier Millionen Haushalte beschäftigten eine Haushaltshilfe unangemeldet. Das belegen laut IW Berechnungen, für die das Institut Zahlen aus dem Sozio-ökonomischen Panel aus dem Jahr 2023 ausgewertet habe. Rund 4,4 Millionen Haushalte nähmen beim Putzen oder Einkaufen Hilfe in Anspruch. Bei der Minijobzentrale seien zu der Zeit jedoch nur 275.000 Hilfen angemeldet gewesen. Damit arbeiteten knapp 92 Prozent der Kräfte schwarz.

Warum Haushalte auf die Anmeldung verzichten, habe das IW in einer repräsentativen Befragung untersucht. Mehr als ein Drittel derjenigen, die eine Haushaltshilfe beschäftigen, sei überzeugt, keine Schwarzarbeit zu betreiben. Ihr Argument: Es handle sich um Nachbarschaftshilfe. In der Tat könne gelegentliche Unterstützung im Haushalt unversteuert vergütet werden, so das IW. Bei regelmäßiger, bezahlter Unterstützung gehe das Gesetz aber von einer Gewinnabsicht aus – dann handele es sich um eine illegale Beschäftigung. Angesichts durchschnittlicher Gehälter von knapp 180 Euro im Monat bei Stundenlöhnen von 15 bis 25 Euro dürfte das auf die meisten Fälle zutreffen.

Etwa ein Viertel der Befragten gebe an, dass die Haushaltshilfe keine Anmeldung will. Weitere 15 Prozent hielten eine legale Beschäftigung für zu teuer – obwohl sie bei Anmeldung bei der Minijobzentrale dank Steuererleichterungen oft weniger zahlten als bei Schwarzarbeit. Denn Haushalte könnten Kosten für Putzen, Einkaufen, Gartenarbeit oder Kinderbetreuung von der Steuer abziehen, merkt das IW an. Nur acht Prozent klagten über Bürokratie.

Aus der Unions-Bundestagsfraktion seien zuletzt Forderungen gekommen, Minijobs abzuschaffen. IW-Experte Dominik Enste warnt jedoch vor einem solchen Schritt: "Wer Minijobs abschafft, sorgt für einen massiven Zuwachs an Schwarzarbeit." Wichtig sei es stattdessen, Haushaltshilfen in den legalen Arbeitsmarkt zu integrieren. "Minijobs eröffnen vielen den Zugang zu regulärer Arbeit und erleichtern die Integration", so der Studienautor. Ein Gutscheinmodell wie in Schweden könne den Zugang zu legaler Beschäftigung erleichtern und illegale Geldströme verhindern.

Institut der deutschen Wirtschaft, PM vom 30.12.2025